Die Idee

Angsterkrankungen können jeden treffen. Sie sind kein Makel.
Vielleicht sind sie Schicksal.
Auf jeden Fall sind sie eine Herausforderung, dem Leben neu und anders zu begegnen.

 

Jede/r fünfte Deutsche hat eine Angsterkrankung, aber kaum jemand spricht darüber.

 

Weißt Du, wie es ist, gefangen zu sein in der eigenen Angst?
Weißt Du, wie es ist, die Festung der Angst nicht mehr verlassen zu können?
Weißt Du, was es heißt, das Vertrauen zu verlieren? In Deinen Körper, in Deine Gefühle, in andere Menschen, in das Leben? Den Boden unter den Füßen und die Hoffnung auf eine gute Zukunft zu verlieren?

 

Die Schriftstellerin Gyde Callesen hatte die Idee, ein Projekt ins Leben zu rufen, das zu einer größeren gesellschaftlichen Akzeptanz von psychischen Erkrankungen, insbesondere von Angsterkrankungen, beitragen soll. Nach dem Vorbild von Projekten wie 'rhythm is it', 'El Sistema' oder 'Freedom Writers' ist es ihr Anliegen, mit dem Projekt 'Die Stimme der Angst' künstlerische und soziale Arbeit zu verbinden und Betroffenen dabei zu helfen, mithilfe des künstlerischen Ausdrucks einen Weg aus dem Teufelskreislauf von Isolation, Scham und Schweigen zu finden. In ihrer langjährigen Arbeit als Seminarleiterin am Frauen-Notruf Hannover hat sie die Erfahrung gemacht, dass ein ein ressourcenorientierter, künstlerischer Rahmen ganz andere Potentiale bei den Teilnehmenden freisetzen kann als ein explizit therapeutischer Rahmen.

 

"Ich wünsche mir, dass es in Zukunft möglich sein wird, offen über eine Angsterkrankung oder andere psychische Erkrankungen zu sprechen. Dass niemand mehr befürchten muss, ausgegrenzt oder stigmatisiert zu werden, weil er oder sie an einer Angststörung leidet. Dass es normal sein wird über etwas zu sprechen, was schon längst mitten in unserer Gesellschaft existiert.
Wir können nicht länger so zu tun, als würden Angststörungen nur einige wenige von uns betreffen, als sei es ein peripheres Problem. Wir müssen realisieren, dass mitten in unserer hochmodernen Leistungsgesellschaft etwas ist, das so wenig in diese Gesellschaft mit ihrem Anspruch nach einem reibungslosen Funktionieren des Einzelnen zu passen scheint. Und wir können erkennen, dass sich hier ein enormes kreatives Potential Bahn brechen will, das ansonsten wenige Wege des Ausdrucks finden kann. Ein Potential, das den Wunsch eines jeden Menschen nach Selbstentfaltung und Selbstentwicklung abseits gesellschaftlicher Normen zum Ausdruck bringt."

(Gyde Callesen, Initiatorin des Projektes 'Die Stimme der Angst')